📌 Japan ändert den Status von Kryptowährungen zu finanziellen Vermögenswerten
Bisher wurden Kryptowährungen in Japan unter dem Payment Services Act (PSA) reguliert, einer Verordnung, die nach dem Zusammenbruch von Mt. Gox im Jahr 2014 erlassen wurde und digitale Vermögenswerte überwiegend als Zahlungsmittel behandelt.
Mit der Einführung eines neuen Systems unter dem FIEA, das von der Financial Services Agency (FSA) vorgeschlagen wurde, ändern sich die Dinge jedoch dramatisch. Bitcoin, Efirium, XRP und 102 andere Token, die an lizenzierten japanischen Börsen notiert sind, sind nun rechtlich gleichwertig mit Wertpapieren wie Aktien und Anleihen.
Diese Neueinstufung hat weitreichende Auswirkungen. Finanzministerin Satsuki Katayama, die als erste Frau des Landes dieses Amt bekleidet, betonte, dass der Zweck der Reform darin besteht, “den Fluss von produktivem Kapital zu fördern, Marktintegrität und -transparenz zu gewährleisten und Investoren zu schützen”. Dabei handelt es sich nicht um bloße Erklärungen, sondern um spezifische Bestimmungen zum Wertpapierrecht.
ERGEBNIS: Japan hat offiziell eine Gesetzesinitiative verabschiedet, die Bitcoin und andere Kryptowährungen als Finanzanlagen anerkennt.
Die Änderungen führen spezifische, durchsetzbare Maßnahmen ein, die die Kryptomärkte mit den traditionellen Wertpapiervorschriften harmonisieren.
Insider-Handel auf Kryptomärkten ist nun strengstens verboten: Spekulationen mit digitalen Vermögenswerten unter Verwendung nicht-öffentlicher wesentlicher Informationen haben die gleichen rechtlichen Konsequenzen wie Manipulationen am Aktienmarkt.
Die Emittenten von Token sind verpflichtet, jährlich Informationen über Technologie, Marktvolatilität und Managementprinzipien offenzulegen, was zuvor auf dem japanischen Kryptowährungsmarkt nicht erforderlich war.
Die Börsen selbst werden von “Krypto-Börsenbetreibern” in “Krypto-Asset-Handelsbetreiber” umbenannt, was ihren neuen Status als regulierte Finanzintermediäre widerspiegelt.
Die Sanktionen wurden erheblich verschärft. Der Betrieb ohne entsprechende Lizenz wird nun mit bis zu 10 Jahren Gefängnis bestraft (statt bisher 3), und die Geldstrafen wurden von 3 Millionen Yen auf 10 Millionen Yen (etwa 62.800 US-Dollar) erhöht. Solche Maßnahmen werden von den Aufsichtsbehörden der Finanzinstitute stets ernst genommen.
Gleichzeitig mit der Änderung der Gesetzgebung verfolgt Tokio eine Steuerreform, die ebenso wichtig sein könnte. Derzeit werden Kryptowährungsgewinne in Japan als normales Einkommen auf einer progressiven Skala besteuert, die bis zu 55 Prozent betragen kann – einer der höchsten effektiven Steuersätze auf Kryptogewinne unter den entwickelten Ländern.
Der vorgeschlagene Gesetzesentwurf würde eine pauschale 20-prozentige Kapitalertragssteuer einführen, ähnlich der, die auf Aktienmarktgewinne angewandt wird, sowie die Möglichkeit, Verluste für drei Folgejahre vorzutragen.
Ein solcher Verlustvortragsmechanismus besteht bereits für Aktienanlagen in Japan, wurde aber bisher nicht auf Kryptowährungen ausgedehnt. Mehr als 12 Millionen aktive Kryptowährungskonten in Japan warten auf diese steuerliche Angleichung.
ach der Verabschiedung der Reform könnte eine beträchtliche Menge an Kapital freigesetzt werden, das derzeit durch die Steuerlast zurückgehalten wird, da die Investoren aufgrund des repressiven Steuersystems zögern, Gewinne zu sichern. Japan stemmt sich gegen den weltweiten Trend. Am selben Tag – dem 10. April 2026 – erteilte die Hongkonger Währungsbehörde (HKMA) ihre ersten Genehmigungen für Emittenten von Stablecoins. Südkorea verabschiedete ein grundlegendes Gesetz über digitale Vermögenswerte, das auch Bankreserven vorschreibt. In den USA bahnen sich GENIUS-Gesetze zu Stablecoins und CLARITY-Gesetze zu digitalen Rohstoffen ihren Weg durch den Kongress.
Eine globale Harmonisierung der Ansätze der Regulierungsbehörden ist nicht länger eine hypothetische Möglichkeit. Nomura und SBI gehören zu den Finanzgiganten, die sich bereits darauf vorbereiten, Kryptowährungs-Spot-ETFs auf dem japanischen Markt zu lancieren, was ein klares Signal dafür ist, dass institutionelle Anleger Positionen einnehmen, noch bevor der neue Rahmen offiziell in Kraft tritt.
Der April 2026 könnte als der Monat in die Geschichte eingehen, in dem Kryptowährungen, zumindest in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt, nicht länger als Experiment betrachtet werden.