📌 Trumps strategische Bitcoin-Reserve ist in einen Machtkampf zwischen den Behörden um Einflussbereiche verwickelt worden.
Parallel zu dieser Unklarheit in der Exekutive versucht der Kongress, diese Reserve gesetzlich zu verankern. Ein entsprechendes Gesetz würde ihr eine dauerhafte Grundlage verschaffen, was eine Präsidialverordnung nicht leisten kann. Andernfalls könnte der neue Bewohner des Weißen Hauses diese Verordnung jederzeit aufheben.
Senatorin Cynthia Lammis und der Kongressabgeordnete Nick Begich haben den Gesetzentwurf BITCOIN Act erstmals im März 2025 eingebracht. Der Entwurf sieht den Erwerb von bis zu 1 Million Bitcoins über einen Zeitraum von fünf Jahren vor, wobei die Finanzierung durch Maßnahmen erfolgen soll, die den Haushalt nicht belasten.
Bislang kommt diese Initiative nur schleppend voran. Der BITCOIN Act ist derzeit Teil eines umfassenderen Gesetzesentwurfs zur Marktstruktur im Zusammenhang mit dem Clarity Act. Dieses Gesetz soll festlegen, welche Behörde für die Aufsicht über bestimmte Krypto-Vermögenswerte zuständig ist. Die Gesetzgeber haben die für Januar 2026 geplante Beratung verschoben. Republikaner und Demokraten konnten sich nicht über Zinssätze für Stablecoins und die Regulierung von DeFi einigen. Infolgedessen geriet auch diese Gesetzesinitiative in eine Sackgasse.
Im Mai 2026 schlugen Begich und der Kongressabgeordnete Jared Golden einen zweiten Weg ein. Ihr parteiübergreifender American Reserve Modernization Act hätte die strategische Bitcoin-Reserve direkt unter die Zuständigkeit des Finanzministeriums gestellt. Darüber hinaus sah er die Schaffung einer separaten Reserve für Vermögenswerte vor, die nicht mit Bitcoin in Verbindung stehen. Damit klärt der Gesetzentwurf eindeutig die Frage der Zuständigkeit, die die Exekutive bisher nicht regeln konnte.
Trotz aller offenen Fragen bleiben die Bestände selbst beeindruckend. Die Bundesregierung besitzt Bitcoins im Wert von über 20 Milliarden Dollar. Nach Angaben von Arkham Intelligence macht dies sie zu einem der größten bekannten staatlichen Inhaber weltweit. Folglich befinden sich Vermögenswerte dieser Größenordnung weiterhin im Umlauf, ohne dass eine klar definierte Rechtsgrundlage vorliegt. Letztendlich erfordert eine zuverlässige Lösung entweder die Wiederaufnahme der ins Stocken geratenen Gesetzesinitiativen oder die Schaffung einer neuen Exekutivstruktur.
Auf politischer Ebene herrscht unterdessen weiterhin Stillstand. Patrick Vtt, Berater des Weißen Hauses für Kryptowährungen, versprach im April 2026, eine wichtige Erklärung zu den nächsten Schritten abzugeben. Diese sollte in den kommenden Wochen folgen. Bislang ist dies jedoch nicht geschehen. Insgesamt steht diese Zurückhaltung symbolisch für eine Kryptowährungspolitik, die sich langsamer entwickelt als ursprünglich angenommen.”,”detected_source_language”:”RU